Rückblick Deutsche Meisterschaft

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5 Tage mit 6 Disziplinen sind nun vorbei. 5 Tage die mich unglaublich zuversichtlich stimmen für die bevorstehenden Aufgaben.

Ich persönlich hatte mich dieses Jahr sehr auf die Deutschen Meisterschaften gefreut. Im schönen Frankfurt(Oder) auf  unserer „Heimbahn“, war es fast wie eine Meisterschaft zu Hause für mich. Besonders freute ich mich auf die Disziplinen Mannschafts-und Einerverfolgung, aber auch natürlich auf das Madison. Wie Einerverfolgung? Ja, stimmt schon, eigentlich mag ich diese Disziplin nicht besonders. Dieses Jahr freute ich mich irgendwie drauf, weil ich das Gefühl hatte, eine Leistungssteigerung zu spüren im Bereich der Einerverfolgung. Aber dazu später mehr.

Es begann alles vergangenen Mittwoch mit dem Vorlauf der Mannschaftsverfolgung. Die Quali sind wir mit einer 4.01 solide gefahren, alles mit dem Hintergedanken, im Finale abends Gas zu geben.  Wir wollten richtig was zeigen und vor allem uns Selbstvertrauen holen für die bevorstehenden Aufgaben. Nachdem wir von der Quali zum Finale leider unerwartend nicht mal 2 Stunden Pause hatten konnten wir uns doch nur recht kurz vorbereiten und hatten nicht wie geplant etwas Pause um die Beine auch mal hochzulegen. 18.50 Uhr war es dann soweit und Lucas Liss, Kersten Thiele, Domenic Weinstein und ich standen am Start. Es lief von Anfang an ziemlich rund und am Ende stand eine 3.58 auf der Anzeigetafel. Mit einem Sieg haben wir gerechnet doch mit der Zeit sind wir noch glücklicher.

Unser junges Team mit „Anführer“ Nils Schomber wurde zudem Vize-Meister und komplettierte die Sammlung unseres Teams. Ich denke wir konnten einigen Skeptikern zeigen das wir weiter auf einem guten Weg sind und uns stetig weiterentwickeln auch wenn es Zeiten gibt in denen es nicht immer so aussieht. Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, dass der Medaillentraum von 2020 nicht ein Traum bleiben wird und wir schon dieses Jahr bei der Heim EM in Berlin eine ordentliche Leistung abrufen können.

Donnerstagvormittag ging es nun weiter mit den Vorläufen vom Scratch-Rennen. Wir konnten uns für das Finale mit 8 Fahrern qualifizieren. Nachmittags stand noch das 500m-Zeitfahren auf dem Plan als Kaderüberprüfung. Wichtig war uns aber das Scratch-Rennen zum späten Abend. Das Rennen lief komplett nach unseren Vorstellungen, sodass wir Lucas Liss im Sprint zu einer guten Position verhelfen konnten und er dadurch Deutscher Meister wurde. Wieder eine Medaille mehr für unser Team und eine sehr gute Vorstellung unseres Teams. Alle zogen an einem Strang.  Diese Siege sind die Schönsten, denn in solchen Momenten freut man sich zusammen als Mannschaft und große Gruppe, ein Glücksgefühl das man selber erlebt haben muss.

Nachdem es Donnerstag doch recht spät ins Bett ging stand Freitagmorgen schon die Qualifikation der Einerverfolgung auf dem Plan. Da die Einerverfolgung nicht gerade zu meinen Lieblingsdisziplinen gehört (wie schon erwähnt) fiel mir das frühe Aufstehen heute etwas schwerer. Dennoch ging ich motiviert, aber locker in den Tag schließlich wollte ich unbedingt auch mal etwas schneller fahren über die 4 km allein gegen die Uhr. Also raus aus dem Bett und zusammen um 07:45 Uhr, mit den Jungs eine kleine „Aufwachrunde“ an der frischen Luft.

Gegen 11.50 Uhr tickte die Uhr dann für mich runter und ich rollte aus der Startmaschine los. Den 1. Kilometer für meine Verhältnisse schon etwas zügiger angegangen lief es doch bis zum Ende ganz gut. Nach 4000m stand eine 4.20,9 für mich an der Anzeigetafel. Obwohl ich während des Laufs gemerkt hatte, dass es ganz gut rollt traute ich meinen Augen nicht so recht, denn meine bisherige Bestzeit unterbot ich damit mit 6 Sekunden. Ich musste echt zwei-dreimal hinschauen, denn eigentlich konnte das nicht sein. Niemals hätte ich gedacht, dass ich es schaffe mal solch einer Zeit allein zu fahren. Geiler Moment, den ich doch ganz schön aufgesogen habe für die nächste Zeit.

Platz 3-6 lag alles innerhalb von einer Sekunde zusammen. Alles doch recht eng, doch etwas froh war ich knapp am kleinen Finale vorbeigeschrammt zu sein. Sicherlich war es ein super Lauf für mich, aber so ganz anfreunden konnte ich mich mit der Disziplin dann immernoch nicht J

Am Abend ging es für unsere beiden Rad-net Rose Fahrer Domenic Weinstein und Kersten Thiele um Gold. Beide waren hochmotiviert nochmal alles zu zeigen. Robert Bengsch, der Kommentator der Deutschen Meisterschaft, kündigte es schon an: “Bitte halten Sie alle Türen geschlossen, Domenic Weinstein will seinen im Vorlauf aufgestellten Deutschen Rekord nochmal brechen.“ Am Ende gewann Domenic Weinstein die Goldmedaille mit einer 4.13,4 was wieder neuer deutscher Rekord bedeutet. Kersten Thiele wurde somit 2. Beide können so unglaublich stolz auf ihre Zeiten sein, denn international liegen sie damit ganz weit vorne! 3. Tag infolge also wieder Medaillen für unser Team.

Samstag stand Madison auf dem Rennprogramm. Eine Disziplin die ich liebe und gerne viel öfter fahren würde. Durch meine zwei 6-Tage-Rennen mit Robert Bartko zusammen in Berlin konnte ich 

sehr viel lernen in dieser Disziplin. Sowohl taktisch als auch technische konnte ich mich durch Robert sehr stark verbessern. Mit Kersten Thiele zusammen ging es dann abends an den Start. Kersten hatte natürlich mit 2 harten Einerverfolgungsläufen vom Vortag ganz schön was in den Beinen, was seiner Motivation jedoch keinen Abbruch tat. Geduldig schauten wir in der ersten Hälfte des Rennens was die anderen Mannschaften so vor hatten und punkteten in den Wertungen immer mit. Nach ca. halber Rennlänge attackierten wir aus dem Feld heraus um einen 

Rundengewinn zu erzielen. Mit Marcel Kalz und Maximilian Beyer folgte uns eine der Favoritenmannschaften, sodass wir wussten mit dieser Paarung können wir es schaffen rumzufahren. Mit einem kontrollierenden Auge sammelten wir über den Rundengewinn hin noch ein paar Punkte. Als wir rum waren und zusammen mit unserer Begleitermannschaft wieder ins Feld fuhren holten wir erstmal ein wenig Luft, ließen dabei die Favoriten und unsere Kontrahenten nicht aus den Augen. In den darauffolgenden Wertungen konnte wir unsere Punkteführung gegen Marcel Kalz und Max Beyer verteidigen und so waren wir schon vor der Schlusswertung wie entfesselt, denn den Meistertitel hätten wir nur noch verlieren können, wenn wir in der Schlusswertung nicht punkten und Marcel Kalz und Max Beyer die Wertung gewinnen. Im Schlusssprint fuhren wir als 3. Mannschaft über die Ziellinie und haben letztlich mit 60 Punkten gewonnen. Es war ein kampfreiches Rennen und für die Zuschauer sicher auch sehr ansehnlich, aber vor allem hat es riesen Spaß gemacht mit Kersten zu fahren, denn wir haben harmoniert wie als wenn wir schon mehrere Jahre zusammen Madison bestreiten würden. Sieg für das Team. Die Stimmung in der Mannschaft war auf dem Siedepunkt. Mehr geht nicht!

Noch überwältigt vom Samstagabend jedoch mit ziemlich schweren Beinen ging ich Sonntagmorgen in den Vorlauf fürs Punktefahren. Mit der letzten Wertung schaffte ich dann doch noch den Sprung ins Finale. Ein wenig erholt und motiviert ging es dann 14.30 Uhr los. Zu Beginn fuhren gleich 11 Fahrer einen Rundengewinn heraus. Auch ich konnte dabei einen Rundengewinn erzielen, aber dabei wollte ich es nicht belassen. Trotz vieler Attacken und einem langen Vorstoß für einen erneuten Rundengewinn reichte es am Ende leider nicht für eine Medaille. Etwas niedergeschlagen stieg ich also nach dem Rennen vom Rad ab. Doch wenig später blickte ich auf eine wirklich starke Meisterschaft zurück, nicht nur von mir, sondern der ganzen rad-net Rose Mannschaft. Eine Meisterschaft die deutlich gemacht hat, wo die Reise hingehen soll und die gezeigt hat, dass wir nicht schlafe, wie es gerne in der Presse geschrieben wird.

Es war quasi mein erstes Bahnrennen an dem mein Sohn zuschauen konnte und ich freu mich daher doppelt, dass die Meisterschaft so erfolgreich war. 

Bis dann,

 

 

Euer Theo